Ausgangspunkt des interdisziplinären Praxisseminars „Ökosoziale Transformationsprozesse regenerativ und gemeinschaftsgetragen“ waren die globalen Herausforderungen, wie Klimawandel, Biodiversitätsverlust und soziale Ungleichheit, verursacht durch ein Wirtschaften, das zu Lasten von Menschen und Ökosystemen geht und dessen negative Folgen sich insbesondere in Städten weltweit zeigen. Um dem entgegenzuwirken, haben sich besonders auf lokaler Ebene Ansätze und Konzepte des gemeinschaftsgetragenen und regenerativen Wirtschaftens entwickelt.
Mit dem Ziel, solche Wirtschaftsformen als Lösungswege für globalen Herausforderungen im städtischen Raum Passau sichtbar zu machen, haben sich die Studierenden des Seminars unter der Leitung von Dr. Annekatrin Meißner, Dr. Melanie Hackenfort und Prof. Dr. Jörg Scheffer unter anderem mit folgenden Fragen auseinandergesetzt: „Wie gestalten wir regenerative und gemeinschaftsgetragene Wirtschaftsstrukturen vor Ort?“, „Welche Synergien, Potenziale und Herausforderungen stellen sich auf individueller und Organisationsebene im Städtischen Raum Passau?“. Passauer Praxisinitiativen wie die „Solidarische Landwirtschaft Vereinte Wurzelwerke“, der „gemeinschaftlich getragene Unverpacktladen Tante Emmer“, die „Reparaturwerkstatt Innwerk e.V.“, die „Transition Initiative Passau“ sowie das „Theatercafé Passau“ mit seinem sozial genutzten Veranstaltungsraum waren mit in den Prozess eingebunden.
Bei der Abschlussveranstaltung Anfang Februar präsentierten die Studierendengruppen ihre Ergebnisse auf sprechenden Postern (Poster mit QR-Codes). In je einem zehnminütigen Vortrag erläuterten sie die wichtigsten Erkenntnisse, wie regenerativ und gemeinschaftsgetragen Wirtschaften bei den fünf beteiligten Initiativen geht und welchen wichtigen ökologischen und sozialen Impact diese Initiativen für Passau leisten.
Die Studierenden erhielten durch das Forschen bei den Praxisinitiativen zudem wertvolle Einblicke, wie nachhaltige Stadtentwicklung und gemeinschaftsgetragenes Wirtschaften umsetzbar ist und was Passau in dieser Richtung vorzuweisen hat. „Regeneratives und gemeinschaftsgetragenes Handeln stärkt die Selbstwirksamkeit aller Beteiligten und macht Mut, in dieser Zeit der multiplen Krisen Ansatzpunkte für wirkungsvolles Handeln vor Ort zu finden“, so Dr. Annekatrin Meißner, eine der Leiterinnen des Seminars. „Der Abend hat auch deutlich gezeigt, dass sich außeruniversitäre Räume sehr gut als Bildungs- und Wissensvermittlungsräume eignen. Die besondere ‚Rohbauatmosphäre‘ des ehemaligen Hochwassermuseums, die das Erbe der großen Solidarität und Hilfsbereitschaft nach dem Hochwasser 2013 in sich trägt, hat das Solidaritätsgefühl, das die Wirtschaftsweise der fünf beteiligten Initiativen des Seminars auszeichnet, noch verstärkt“, wie Dr. Melanie Hackenfort betont.
Weitere Informationen zu der Veranstaltung und zum Posterweg findet man unter: https://www.ethik.uni-passau.de/seminar-oekosoziale-transformation
Das Praxisseminar wurde vom Lehrinnovationspool gefördert und ist Teil des Projekts Projekts „TraUBe – Transformation universitärer Bildungsräume“.
