Seminar: Ökosoziale Transformationsprozesse regenerativ und gemeinschaftsgetragen gestalten
Worum geht es?
Ausgangspunkt unseres Seminars sind die globalen Herausforderungen, wie Klimawandel, Biodiversitätsverlust und soziale Ungleichheit, verursacht durch unsere Art des linearen Wirtschaftens, welches zu Lasten von Menschen und Ökosystemen geht und dessen negative Folgen sich insbesondere in Städten weltweit zeigen.
Ansätze auf lokaler Ebene anders zu Wirtschaften sind unter anderem Konzepte des gemeinschaftsgetragenen und regenerativen Wirtschaftens. Zudem setzen sich Transition Towns weltweit für eine ökosoziale Transformation in Städten ein.
In unserem Seminar möchten wir diese Perspektiven mit dem Fokus auf Passau unter Einbindung der Praxisinitiativen „Solidarische Landwirtschaft Vereinte Wurzelwerke“, „gemeinschaftlich genossenschaftlich getragener Unverpacktladen Tante Emmer“, „die Reparaturwerkstatt Innwerk e.V.“, „die Transition Initiative Passau“ sowie das „Theatercafé Passau mit seinem sozial genutzten Veranstaltungsraum“ verbinden.
Was bedeutet regenerativ und gemeinschaftsgetragen Wirtschaften?
Regenerativ Wirtschaften bedeutet im Rahmen der Donut-Ökonomie (Kate Raworth), dass wir innerhalb der neun planetaren Grenzen und oberhalb des sozialen Minimus, bestehend aus 12 der 17 Sustainable Development Goals agieren. Ziel ist es die Wirtschaft so zu gestalten, dass wir über das Nicht-Schadens-Prinzip hinausgehen und mit und innerhalb der Kreisläufe der lebendigen Welt arbeiten und diese wiederherstellen.
Quelle
Gemeinschaftsgetragen Wirtschaften (Marius Rommel) ist ein neues und innovatives Konzept Wirtschaften so zu konzipieren, dass die klassische Unterscheidung zwischen Konsument:in und Produzent:in aufgehoben wird und stattdessen eine Gemeinschaft aus Prosument:innen entsteht, welche Kosten und Risken gemeinsam tragen und verantworten. Ausgehend von der Solidarischen Landwirtschaft (Community Supported Agriculture) wird das ökosoziale Transformationspotenzial auch zunehmend in anderen Branchen in der Form des Community Supported Entrepreneurships (CSX) entdeckt.
Quelle
Die Praxisinitiativen
„Transition Town bedeutet mitgestalten, außerhalb von Politik etwas zu bewirken, eine lebenswerte Stadt zu gestalten, gemeinsame Treffen und nachhaltiges Handeln in die Stadt zu bringen“
Unter dem Motto „Einfach. Jetzt. Machen!“ erproben wir in lokalen Transition Initiativen, wie wir anders und besser leben können. Wir wollen besser als bisher mit dieser Erde umgehen. Wir wollen besser für die Menschen sorgen und für uns selbst. Wir wollen weniger abhängig von fossilen Rohstoffen werden. Und wir wollen klimafreundlich und enkeltauglich leben. Wir starten diesen Wandel mit Kopf, Herz und Hand - und natürlich gemeinsam mit vielen anderen bürgerschaftlichen Bewegungen. Unsere Erfahrungen teilen wir hier. Ihr seid herzlich eingeladen, mitzumachen!
Weitere Informationen:
- Website
- Transition Town International Website
- Transition Town D-AT-CH
- Karte von Morgen
- Unsere Website (Ist noch nicht gestaltet/ in Arbeit)
- TED Talk von Rob Hopkins (Co-Initiator der Transition Town Bewegung) über Transition Town und verschiedene Projekte
- Ausführliches Interview mit Job Hopkins über Transition Town
„Für mich bedeutet SoLaWi, dass man etwas gemeinsam macht, Zusammenhalt und dass die verschiedenen Aufgaben nicht an einem alleine haften, sondern jeder schaut, was er beitragen kann.“ – Gärtner Alex
Wir sind eine Gruppe von etwa 120 Menschen, die gemeinsam mit dem GärtnerInnen-Team Vroni, Miguel, Alexander, Helena und dem Landwirt Florian auf einem Acker in Unteröd oberhalb der Ilz in Passau Gemüse, Kräuter und Beeren anbauen. Auf Freilandäckern und in drei Folientunneln pflegen wir Kartoffeln, Karotten, Zwiebeln und Knoblauch, Kohl, Kürbis, Zucchini, Fenchel, Bohnen, verschiedene Salate, Radieschen, Kohlrabi, Tomaten, Paprika und Chili, Gurken, Johannis- und Himbeeren.
Die Ernte teilen wir unter uns auf, Kosten und Arbeit tragen wir gemeinsam.
Im Sommer und Herbst können wir uns manchmal vor Gemüse kaum retten, im Winter greifen wir auf unser Gewächshaus und auf Vorräte zurück – die wöchentlichen Anteile werden „rübenhaltiger”. Aber auch Schwankungen durch Wettereinflüsse, Schädlinge oder Krankheiten, besonders gute Pflege, Glück oder Zufall tragen bzw. genießen wir alle. Gedeihen die Tomaten prächtig, freuen sich alle. Hat ein Schädling die Gurken erwischt, gibt’s halt weniger.
Und erst recht die Sache mit der Arbeit: Anders als gemeinsam geht es gar nicht! Unser Gärtner Miguel macht auf Grundlage der Wünsche der Gruppe die Anbauplanung und ist verantwortlich für Aussaat, Anzucht, Pflanzung, Pflege und Ernte. Die Arbeit schaffen wir allerdings nur, wenn viele anpacken. So helfen alle mal mit – ob mehrmals wöchentlich oder nur einmal im Monat entscheiden alle selbst.
Weitere Informationen:
Tante Emmer ist nicht nur der einzige Bioladen im Innenstadtgebiet Passaus und der einzige Unverpacktladen der Region, sondern auch eine Oase für alle, die gerne entschleunigt einkaufen, Gemeinschaft, Solidarität und Nachhaltigkeit schätzen und Wert auf qualitativ hochwertige, regionale Lebensmittel (und mehr) legen. Tante Emmer bietet seiner Kundschaft und allen die es werden wollen seit 2023 die „Tantenverwandtschaft“ an. „Tantenverwandte“ können Konsumzusagen in Form von Einkaufsgutscheinen tätigen, die dem Laden finanzielle Planungssicherheit verschaffen. Wer mehr über das Konzept, den Laden und die Gemeinschaft um Tante Emmer herum erfahren möchte, kommt am besten direkt zum Einkaufen oder auf einen Kaffee und ein leckeres Stück Kuchen im Café vorbei!
Weitere Informationen:
„Aus alt mach neu!“
Das Innwerk macht es sich zur Aufgabe, allen Menschen die Möglichkeit zu geben, sich kreativ auszuprobieren und weiterzuentwickeln. Dabei stehen Nachhaltigkeit, Solidarität und Gemeinschaft im Mittelpunkt. Wichtig ist hierbei, dass man kein Profi sein muss, einem wird geholfen die eigene Idee in die Tat umzusetzen.
Weitere Informationen:
- Website
- Anmeldung zum Newsletter
- Spendenwebsite und Mitglied werden
- Veranstaltungskalender
„Ein kostenlos zugänglicher Kulturraum mit vielfältigem Programm kann eine Stadt auf verschiedenste Weise bereichern. Er wird zum offenen Treffpunkt, an dem unterschiedliche Menschen in Kontakt kommen – unabhängig von Alter, Herkunft oder Einkommen.“
Das Theatercafé stellt die Nutzung des Kulturraums (der Nebenraum) kostenlos zur gemeinschaftlichen Nutzung zur Verfügung, sei es Konzerte, Ausstellungen oder ähnliches.
Weitere Informationen:













