Ökosoziale Transformation konkret: Laudato si‘ und Fratelli tutti in Forschung und Praxis
Projektbeschreibung
Die katholische Kirche nimmt eine zentrale gesellschaftspolitische Rolle zur Umsetzung, Förderung und Stärkung ökosozialer Transformationsprozesse in Deutschland ein. Schöpfungsverantwortung ist zentraler Kern des christlichen Glaubens und Selbstverständnisses. Seit den 1980er Jahren sind zahlreiche Veröffentlichungen zu den Themen- und Handlungsfeldern christlicher Schöpfungsverantwortung, Klima- und Umweltschutz, Energie- und Agrarwende sowie Biodiversität von der Deutschen Bischofskonferenz veröffentlicht worden. Darüber hinaus wurde bereits Ende der 1990er Jahre das Umweltmanagement System Grüner Hahn entwickelt, um den kirchlichen Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung zu messen, zu dokumentieren und zu veröffentlichen.
Trotz dieses langjährigen und vielfältigen Engagements findet christliche Schöpfungsverantwortung erstmals 2015, durch die Veröffentlichung der Enzyklika Laudato Si‘, weltweite öffentliche und gesellschaftspolitische Beachtung. Gemeinsam mit der neuaufflammenden Klimabewegung „Fridays for Future“, entstand 2019 die Bewegung „Christians for Future“, die sich für soziale Gerechtigkeit als zentralen Bestandteil von Klimagerechtigkeit stark macht und damit die zweite wichtige Enzyklika von Papst Franziskus Fratteli Tutti (2020) auf die gesellschaftspolitische Bühne bringt. Ausgehend von diesen gesellschaftspolitischen Entwicklungen christlicher Schöpfungsverantwortung, erkundet das Forschungsprojekt das konkrete ökosoziale Transformationshandeln in der Diözese Passau, um gemeinsam mit einer Forschungsprojektsteuerungsgruppe Strategien zur Verbesserung und Stärkung der Schöpfungsverantwortung zu entwickeln.
Ziele
- Ökosoziale Transformation als Querschnittsthema in die neuen pastoralen Kernfelder einzubetten;
- Multiplikator:innenschulungen zum Thema ‚Ökosoziale Transformation konkret‘ zu entwickeln;
- Wissenschaftliche Begleitung von drei Best-Practice-Projekten (Stadt – Land – Verband) zu ökosozialer Transformation konkret im pastoralen Raum der Diözese Passau.
Fragestellungen
- Wie sind die Themen Laudato si‘ und Fratelli Tutti im ehren- und hauptamtlichen Engagement in der Diözese Passau verankert?
- Welche Angebote für Multiplikator*innen für ökosoziale Transformationsthemen gibt es bereits in der Diözese Passau?
- Welche Bedarfe, Wünsche und Ziele gibt es zur Weiterentwicklung und Förderung ökosozialer Transformationsprozesse in der Diözese Passau?
Methodik
Ethnografische Interviews mit Ehren- und Hauptamtlichen aus dem Bistum Passau, die sich in den Handlungsfeldern ökologische Nachhaltigkeit und globale soziale Gerechtigkeit engagieren. Zur Erhebung des Ist-Stands ökosozialer Transformationsprozesse im Bistum Passau sowie ihrer Förderung und Weiterentwicklung, wird das empirische Material aus sozialpraxistheoretischer Perspektive analysiert.
Projektverantwortliche:
Dr. Melanie Hackenfort
Projektpartner*innen:
Dioziöse Passau
Projektlaufzeit
01.09.2022 - 30.08.2027
Zeitrahmen:
5 Jahre